Marktinfos und Weizenqualität

Marktentwicklung Januar 2026

Marktbericht

Januar 2026

 

 

Inland

Die von swisssem provisorisch erfassten nationalen Saatgutverkäufe per Ende November 2025 liegen vor. Sämtliche Angaben verstehen sich inklusive aller Produktionsprogramme (Bio Suisse, IP-Suisse, Suisse Garantie). Aufgrund der letztjährigen Saatgutknappheit wurden die Lagerbestände auf allen Stufen des Saatguthandels weitgehend aufgebraucht. In diesem Jahr erfolgte daher ein Teil der Saatgutkäufe mit dem Ziel des Lageraufbaus. Aus diesem Grund sind die aktuellen Verkaufszahlen nur bedingt aussagekräftig. Für die Einschätzung der kommenden Ernte 26 sind vor allem die tatsächlich angebauten Flächen relevant. Die erste Tranche des Brotgetreide Zollkontingents 2026 beläuft sich auf 20'000 t und wird anfangs Januar 2026 freigegeben.

 EU/Weltweit

Eine Kältewelle, die über die USA hinweggezogen ist, ist vorbei. Nach diesem Kälteeinbruch wird in den nächsten Wochen eine ausgedehnte Warmwetterperiode die USA überziehen. In Europa herrscht viel Unsicherheit wegen des Mercorsur-Abkommens, sodass viele Branchenteilnehmer von einer rückläufigen Tendenz bei Agrarrohstoffen ausgehen. Frankreich sei weiterhin nicht bereit, ein Handelsabkommen der Europäischen Union mit der Mercosur-Gruppe lateinamerikanischer Länder zu unterzeichnen, bekräftigte der französische Präsident Emmanuel Macron. Er betonte, dass weitere Arbeiten hinsichtlich der Gegenseitigkeit und der Kontrollen von Produkten notwendig seien. Die Weizenpreise in den französischen Häfen werden derweil auf einem neuen Tiefstand seit Beginn der Kampagne gehandelt. Das französische Getreideamt FranceAgriMer hat seine Prognose für Frankreichs Weichweizenexporte ausserhalb der EU für 2025/26 gesenkt, da die Ernte in Argentinien den Wettbewerb in Übersee verschärfen dürfte. EU-Weichweizenernte dürfte langfristig stabil bleiben. Bis 2035 wird die Getreideproduktion in der EU insgesamt voraussichtlich ca. 268 Mio. t betragen (+0,6% zu den Jahren 2023 - 2025). Die Weizenproduktion dürfte laut EU-Kommission stabil bleiben, nach dem Rückgang in den Jahren 2023 - 2025. Argentinien ist in diesem Jahr auch auf Käufer angewiesen, da die Prognose für die argentinische Weizenernte zuletzt um weitere 3,2 Mio. t auf einen Rekordwert von 27,7 Mio. t angehoben wurde. Die Börse begründete die Menge mit einer rekordgrossen Anbaufläche und ausserordentlich guten Erträgen. Die hohen Erträge wirken sich aber negativ auf den Proteingehalt aus. Die Weizenexporte aus Russland könnten im Wirtschaftsjahr 2025/26 rund 44 Mio. t erreichen. Das wären fast 2 Mio. t mehr als 2024/25 mit 42,1 Mio. t. Erste Prognosen für die Weizenernte in der Ukraine zeigen eine Erholung für 2026 an. Diese dürfte im kommenden Jahr um 7% ggü 2025 ansteigen. Das wäre der höchste Stand seit 2022, als der Krieg zwischen Russland und der Ukraine begann.

 Bio

Eine Bio-Weizen-Rekordernte von über 32’000 t haben die inländischen Knospe-Bauern eingefahren, dies zudem mit erfreulicher Qualität, was die Einkommenssituation der Bauern mit dem überarbeiteten Proteinzahlungssystem nochmals verbessert. BioSuisse hat die Inlandquoten für die Ernte 2025 für Weizen bei 78% festgelegt, somit ist man trotz der Gross-Ernte weiterhin auf Importe angewiesen. Der diesjährige sprunghafte Anstieg der Weizenverfügbarkeit auf 72% und der massive Einbruch von –32% im Vorjahr zeigt, wie schwierig eine kontinuierliche Sortimentsgestaltung ist. Währenddem die anderen Schweizer Labels ein strategisches Lager bewirtschaften, schlagen die Launen der Natur beim Knospe-Label in der nachgelagerten Wertschöpfungskette voll durch. Aber mit dem Wachstum des Markanteiles sind hier auch tragfähige Lösungen gefragt. Roggen hat sich bei einem Inlandanteil von 76% eingependelt, währenddem beim Dinkel der Inlandanteil bei 54% - gemäss der BioSuisse - bleibt.

 Hartweizen

Der Hartweizenmarkt bleibt bis auf weiteres sowohl hinsichtlich Quantität wie auch Qualität gut versorgt. Aufgrund der stark gesunkenen Marktpreise wird erwartet, dass insbesondere in Nordamerika bei der Aussaat im Frühling die Hartweizen-Flächen und damit auch das Potential für die Ernte im Spätsommer 2026 reduziert wird. In Europa werden neben kleineren Flächen (-6%) auch tiefere Erträge im nächsten Jahr erwartet, da diejenigen der Ernte 2025 kaum wiederholt werden dürften. 2025 ist bald Geschichte. Es ist Zeit für ein neues Jahr mit neuen Herausforderungen und Geschichten, welche uns alle mehr oder weniger betreffen werden. Für Ihre Treue, für die partnerschaftliche Zusammenarbeit danken wir Ihnen ganz herzlich! Und wir freuen uns, mit Ihnen zusammen, im neuen Jahr unterwegs zu sein.

 Die Geschäftsleitung
Swissmill

Swissmill_Marktbericht_2026_01.pdf

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