Marktbericht
März 2026
Nach der katastrophalen Ernte 2024 war diejenige von 2025 insgesamt sehr erfreulich. Die geschätzten Lagermengen von 127'000 t sind vor der Ernte 2026 sehr hoch. Wird daher eine Deklassierung zu Futterweizen durch den SGPV im Frühling 2026 durchgeführt? Nach den beiden sehr gegensätzlichen Ernten muss auch eine Überlagerung sorgfältig geprüft werden. Die ergiebigen Niederschläge in der Schweiz wie auch in weiten Teilen Europas im Februar haben gute Bedingungen für den nahenden Beginn der Vegetationsperiode geschaffen. Die Finanzkommission des Nationalrates schlägt Zollerhöhungen beim Brotgetreide von CHF 10/100kg und beim Mehl sogar eine Verdreifachung vor. Hingegen ist bei den Teiglingen und Backwaren nichts vorgesehen resp. durch die Bilateralen mit der EU nicht möglich. Dies würde daher zu einer weiteren Bevorteilung von Importen führen und ist daher aus unserer Sicht nicht im langfristigen Interesse der inländischen Brotgetreide-Wertschöpfungskette.
EU/Weltweit
Die russischen Getreideausfuhren liegen derzeit um 13% hinter dem Vorjahrestempo zurück. Die weltweiten guten Ernten sind ein Grund dafür. Dies äussert sich z.B. dadurch, dass - nach dem Exportstopp für Weizen im Mai 2022 - die indische Regierung eine Kehrtwende vollzogen hat Weizenexporte nun wieder freigibt. Das frühere Verbot war eingeführt worden, um die steigenden indischen Binnenmarktpreise nach einigen Missernten einzudämmen. Während der indische Getreidehandel die Wiederaufnahme der Exporte begrüsst, bleiben internationale Händler hinsichtlich der Auswirkungen auf den bereits überversorgten Gesamtmarkt vorsichtig. Die Weizenernte der Ukraine könnte im laufenden Jahr 2026 aufgrund einer Ausweitung der Anbaufläche und trotz eines Rückgangs der Erträge um 2,9% auf 23,1 Mio. t steigen. Die Anbaufläche hat sich um 4,8% auf 5,1 Mio ha vergrössert, aber der erwartete Rückgang der Erträge um 1,7% könnte die Produktion teilweise verringern. Nach dem Zoll-Urteil hat die chinesische Regierung Washington zu einer Aufhebung seiner einseitigen Handelszölle aufgefordert. Peking werde weiterhin Chinas Interessen entschlossen wahren. Die Bayer-Tochter Monsanto hat in den USA einen Vergleich zur Beilegung der Klagen um das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat geschlossen. Im Rahmen des Sammelvergleichs würde Monsanto - nach Genehmigung durch ein US-Gericht - über bis zu 21 Jahre insgesamt maximal 7,25 Mrd. US-$ (6,13 Mrd. EUR) auszahlen, teilte Bayer am Dienstag mit. Dafür sollten sowohl hängige als auch mögliche künftige Klagen beigelegt werden. Die Baywa AG hat den im Dezember 2025 vereinbarten Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra Group B.V. abgeschlossen. Zusammen mit den bereits 2025 vollzogenen Verkäufen von RWA, WHG und EDL sinken die Bankverbindlichkeiten des Konzerns damit insgesamt um rund 1,3 Mrd. EUR und helfen bei der Sanierung dieses relevanten Akteurs für die Deutsche Agrarwirtschaft.
Bio
Die Biofach-Messe in Nürnberg stand unter guten Vorzeichen eines erneut wachsenden Bio-Marktes des grössten Absatzlandes Deutschland (+6.7% auf über € 18 Milliarden). Es waren weniger Besucher und Aussteller in Nürnberg anwesend, was auch als Zeichen angesehen werden könnte, dass Bio in der Mitte des Handels angekommen ist und sich Lieferketten und Produkte etabliert haben. Die hohen Lagerbestände der guten Ernte 2025 bewirkt, dass es bei einer preislichen Seitwärtsbewegung bleibt. Die Nachfrage ist solide, aber die Verfügbarkeit ebenso.
Hartweizen
Der Vermarktung von Hartweizen verläuft nach wie vor in ruhigen Bahnen, da die weltweite Versorgung komfortabel ist. Mittlerweile gilt es als gesichert, dass die Anbauflächen in Europa überall etwas reduziert wurden. Erwartet werden auch tieferen Erträgen wie im Vorjahr, da diejenigen vom Vorjahr kaum wiederholt werden können. Zu hören ist auch, dass die Landwirte aufgrund der generell tiefen Preise weniger Dünger gekauft haben; dies spricht ebenfalls für rückläufige Erträge und Qualitäten.
Die Geschäftsleitung
Swissmill