Marktinfos und Weizenqualität

Marktentwicklung Juni 2026

Marktbericht

Juni 2026

 

 

Inland

Aktuell zeigen sich die Kulturen noch in einem guten Zustand. Doch die Ende Mai aussergewöhnlich hohen Temperaturen haben den Kulturen zu schaffen gemacht. Die angekündigten Niederschläge anfangs Juni sind dringend nötig, damit die Getreidefelder noch genügend Feuchtigkeit zur Verfügung haben bis zum Abreifen. Die in den Getreidesammelstellen noch lagernden Weizenmengen sind – zu dieser Jahreszeit -  sehr hoch. Zudem sind die Preisunterschiede zu Importgetreide zu hoch, womit die Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Getreide-Mehl-Brot-/Backwaren-Kette stark leidet. All dies wird die im Juni anstehenden Richtpreis-Diskussionen für das Getreide der neuen Ernte einzuordnen sein.

 EU/Weltweit

Das französische Getreideamt hat seinen Zustandsbericht für die Woche bis zum 18. Mai veröf­fentlicht. Der Bericht zeigt, dass die Bewertungen für fast alle Getreidear­ten konstant gut sind. Die EU hat eine zeit­weise Abschaffung der Zölle auf stick­stoffbasierte Düngemittel aus allen Län­dern mit Ausnahme von Russland und Belarus beschlossen. Die Abschaf­fung soll auf ein Jahr ab Inkrafttre­ten begrenzt sein, ausserdem gilt eine Obergrenze für die zollfreie Einfuhr. Die Massnahme soll auch angesichts der hohen Dünger­preise infolge des Iran-Kriegs Abhil­fe schaffen. Zu den wichtigsten Lieferanten der EU zählen derzeit die nordafrikanischen Staaten Algerien, Marokko und Ägypten. Die Aufmerksamkeit des US-Getrei­demarktes richtet sich auf die Aus­saatarbeiten für die Sommerungen sowie das Wetter. Im Mittleren Wes­ten haben inzwischen Regenfäl­le die Bodenfeuchtigkeit erhöht und begünstigen nun das frühe Pflan­zenwachstum. Die gegenseitige Blockade der Meerenge von Hormuz hat die glo­balen Schifffahrtsrouten verändert. So erlebt der Handel durch den fern­ab liegenden Panamakanal einen Auf­schwung. Gemäss dem inter­nationalen Schifffahrtsverband sind die Durchfahrten durch den Kanal dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 8% gestiegen. Die Ukraine hat gemeinsam mit Grossbritannien und Litauen ein Sys­tem entwickelt, mit dem sich die Her­kunft von Getreide aus besetzten Gebie­ten anhand eindeutiger Merkmale fest­stellen lässt. Die Ukraine nutzt spezi­elle Labortests und Satellitendaten, um landwirtschaftliche Erzeugnisse aufzuspüren und zu identifizieren, die von russischen Streitkräften in den besetzten Gebieten beschlag­nahmt wurden. In den vorübergehend besetzten Gebieten wurden in den ersten drei Kriegsjahren ca. 30 Mio. t Getreide und Ölsaa­ten geerntet. Das heisst, unter Berück­sichtigung der laufenden Saison könn­ten insgesamt bis zu 50 Mio. t landwirtschaftlicher Erzeugnisse gestohlen worden sein. Die ukrainischen Weizenexpor­te dürften im Vermarktungsjahr 2026/27 deutlich höher ausfallen. Es wird erwartet, dass die ukraini­schen Weizenexporte auf 21,2 Mio. t steigen werden – gegen­über 13,2 Mio. t im laufen­den Vermarktungsjahr. Australische Landwirte dürften zur kommenden Ernte deutlich weniger Weizen anbauen als zunächst geplant. Hohe Kosten für Diesel und Dünge­mittel infolge des Iran-Krieges sowie anhaltend trockenes Wetter zwingen viele Betriebe dazu, ihre Aussaatflä­chen zu reduzieren oder weniger Dün­ger einzusetzen. Analysten warnen deshalb vor einem spürbaren Rück­gang der australischen Weizenpro­duktion mit Auswirkungen auf den Weltmarkt.

 Bio

Die Bestände sehen aktuell gut aus, auch dank dem Regen um Auffahrt, aber es liegen noch wichtige Wochen vor uns, bis die Ernte effektiv eingefahren wird. Das Preisniveau von EU-Bio-Ware bremst die Vertragsabschlüsse im Verbandswarenbereich (Knospe, Naturland, Bioland) und es ist aktuell nicht von steigenden Preisen auszugehen, auch weil die Lager gut gefüllt sind. Die hohen Erdölpreise haben einen weniger grossen Einfluss auf die Kostenstruktur im Bio im Vergleich zu konventionell. Die Frachtkosten werden auch das Biogetreide bei den innereuropäischen Warenströmen tangieren.

 Hartweizen

In Kanada dürfte die Aussaat per Ende Mai erfolgt sein. Dabei gab es eine Verzögerung von 7-10 Tagen im Vergleich zur Norm. Die Hartweizenfläche dürfte – wie erwartet – ca. 5% tiefer sein gegenüber dem Vorjahr. Mit den hohen Beständen aus der Ernte 25 dürfte dies gut verkraftbar sein. In den südlichen Anbauregionen der EU wie Sizilien oder Andalusien dürfte die Hartweizenernte bald in Gang kommen; die effektiven Ernteergebnisse werden erste Hinweise zu Verfügbarkeiten und Qualitäten geben.

  

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