Trotz der im Vorfeld zur Ernte längeren Trockenheit und Hitze (vgl. Z.B. den Screenshot zu den Temperaturen im Juni aus dem Klimabulletin Juni 2026 von Meteo-schweiz) … und allgemeinen Befürchtungen einer qualitativ und quantitativ unterdurchschnittlichen Ernte, scheint das Brotgetreide etwas besser als befürchtet abgeschnitten zu haben. Die Mengen scheinen leicht tiefer zum Vorjahr zu sein, aber die Versorgung ist mehr als ausreichend. Deshalb werden vom Schweizerischen Getreideproduzentenverband (SGPV) bereits erste Deklassierungen durchgeführt, bei der überschüssiges Brot- zu Futtergetreide abgewertet wird. Erste analysierte Muster zeigen, dass die Protein- und Feuchtkleberwerte tiefer gegenüber dem Vorjahr sind. Intern ist unser Labor daran mit Hochdruck einen Überblick zu den Qualitäten zu erstellen.
EU/Weltweit
Die Hitzewelle im Juni 2026 dürfte die Getreideernte in der EU und im Vereinigten Königreich um rund 9 Mio. t verringert haben und den Landwirten Einnahmeverluste von ca. 2 Mia € bescheren. Nachstehend die Wetterkarte zu den betroffenen Regionen (Stichtag 18. Juli) der EU aus dem aktuellen JRS MARS Bulletin. Dabei zeigt sich, dass kaum eine Region in der Norm ist und die Entwicklung in der 2. Hälfte Juli und der aktuelle Ausblick zeigen, dass die Situation sich weiter verschärft hat. Deshalb senkte Coceral (Europäischer Getreideverband) in der ausserplanmässigen Juli-Prognose die Getreideproduktion drastisch gegenüber der Juni-Schätzung. Besonders betroffen waren Weizen und Mais, deren Ertragsbildung durch die aussergewöhnliche Hitze beeinträchtigt wurde. Erfreuliche Aussichten für die diesjährige Getreideernte gibt es immerhin in Rumänien und Bulgarien. Es wird erwartet, dass diese zwei Länder das Getreidedefizit innerhalb der EU teilweise ausgleichen werden. In Europa machen sich die Folgen des Niederschlagsmangels auch in den sehr niedrigen Wasserständen des Rheins und der Donau mit entsprechenden logistischen Herausforderungen. Die geopolitischen Spannungen und logistischen Engpässe beeinträchtigen die globalen Getreidemärkte anhaltend. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat die ukrainischen Exporte auf dem Schwarzen Meer praktisch zum Erliegen gebracht und die russischen Lieferungen aus dem Asowschen Meer, reduziert. Marktbeobachter rechnen kurzfristig nicht mit einer wesentlichen Entschärfung der Lage im Schwarzen Meer.
Bio
Beim Inland-Bioweizen sollen diverse Anlieferungen aufgrund zu tiefer Protein-Werte nicht als Brotgetreide angenommen worden sein. Zusammen mit etwas niedrigeren Erträgen wird eine etwas geringere Ernte resultieren. Beim Bio-Hafer gibt es grössere Fragezeichen, da dieser länger von der Hitze und Trockenheit betroffen war.
Hartweizen
Nach wie vor sind in Süd-Saskatchewan in Kanada die Bedingungen für den Hartweizen erfreulich, auch wenn nun auch Trockenheit angesagt ist. Das dürfte aber den insgesamt bisherigen positiven Verlauf noch nicht zu stark beeinflussen. In der EU könnte die Durum-Ernte mit ca. 7.9 Mio.t gemäss Einschätzung von DG Agri etwas unter dem Vorjahr sein aber immer noch leicht (+2.4%) über dem 5-Jahres-Durchschnitt. Dabei soll Griechenland eine Rekordernte haben, währenddem Frankreich eine historisch tiefe Ernte eingefahren haben soll.
Die Geschäftsleitung
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