Gestützt auf die Erhebung der swiss granum wird eine Erntemenge in der Grössenordnung von 385‘000 bis 415‘000 t Brotweizen geschätzt. Stand heute kann der grösste Teil davon als backfähiger Brotweizen gemäss swiss granum Übernahmebedingungen bezeichnet werden. Erwartet wird somit eine Brotweizenmenge in der Grössenordnung des letzten Jahres. Die Übersicht zu Roggen und Dinkel zum Brotgetreide-Gesamtbild steht noch aus. Der SGPV hat bekanntgegeben, dass rund 21’000t Brotweizen zu Futtergetreide deklassiert werden.
EU/Weltweit
Frankreich wird in dieser Saison voraussichtlich weniger Weizen an Drittländer ausführen, da aufgrund der sehr schlechten Maisernte mehr Weizen für die Fütterung des heimischen Viehbestands benötigt werde. Gemäss Schätzungen dürfte die französische Maisernte auf 6,9 Mio. t sinken und damit den tiefsten Stand seit 1976 erreichen. Auf EU-Ebene dürfte die Maisproduktion gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf 46,9 Mio. t fallen. Die EU-Maiserzeugung war zuletzt in den 1990er-Jahren auf einem so niedrigen Niveau. Da Europa auf einem ohnehin schon angespannten Weltmarkt nicht über die Kapazitäten verfügt, die Mais-importe zu steigern, muss die Substitution von Mais durch Weizen beim Tierfutter so weit wie möglich vorangetrieben werden. Der Engpass bei Mais, auch herbeigeführt durch die kriegsbedingt geringeren Lieferungen aus der Ukraine, dürften auch die Weizenexporte der gesamten EU insgesamt dämpfen. Ägypten, der weltweit grösste Weizenimporteur, hat in der ersten Hälfte des Jahres 2026 mehr als 80% seiner Weizenimporte aus Russland und der Ukraine bezogen. Nun werden jedoch wieder Lieferungen aus Frankreich gemeldet. Marktteilnehmer führen dies auf die Störungen auf den Schwarzmeer-Routen zurück. Indien steuert auf den schwächsten Monsun seit fast zwei Jahrzehnten zu. Die Niederschlagsmenge dürfte am Ende der Saison etwa 15% unter dem langjährigen Durchschnitt liegen – der niedrigste Wert seit 2009. Ein Mangel an ausreichenden Regenfällen im entscheidenden Reifemonat September könnte die Erträge von im Sommer ausgesäten Kulturen wie Sojabohnen, Mais und Hülsenfrüchten beeinträchtigen und gleichzeitig die Bodenfeuchtigkeit verringern, die für im Winter ausgesäte Kulturen wie Weizen und Raps benötigt wird. Der Schwarzmeerraum bleibt ein Schlüsselfaktor für den Getreidemarkt. Wenn Exporte aus Russland und der Ukraine durch Logistik, Politik oder Konflikte beeinträchtigt werden, kann sich die weltweit effektiv verfügbare Menge rasch verknappen – auch wenn global statistisch genug Weizen vorhanden ist. Die russische NKHP will mit Reparaturarbeiten an einem ihrer wichtigsten Getreideterminals im Schwarzmeer- Exporthafen Noworossijsk beginnen. Nach Einschätzung des Unternehmens könnten die Arbeiten für den Wiederaufbau bis zu vier Monaten dauern. In der Ukraine schreitet die Getreideernte voran, die Weizenernte ist bereits fast abgeschlossen. Landwirte haben dabei 24,6 Mio. t (Vorjahr: 24 Mio. t) Weizen eingefahren. Die extreme Hitze und die Dürren, unter denen Europa in den vergangenen zwei Monaten gelitten hat, fügen den Ernten schweren Schaden zu. Eine Studie stellte für den Berichtszeitraum 1. Juli bis 15. August Hitzewellen und Wasserdefizite in ganz Frankreich und grossen Teilen Deutschlands fest. Auch Italien, Österreich, die Tschechische Republik, die Slowakei und Ungarn zählen zu den am stärksten betroffenen Ländern.
Bio
Der angestrebte Ausbau von inländischem Bio-Hafer fiel der Hitze zum Opfer, weil der im Frühling gesäte Sommerhafer grosse Probleme hatte. Winterhafer hat sich jedoch auch bezüglich Qualität gut gehalten und wird nun für die Hafer-Expansion forciert. Beim Inland-Bioweizen zeigen die Analysen, dass die Proteinwerte etwas tiefer sind als letztes Jahr, jedoch der Feuchtkleber-Gehalt viel stärker gelitten hat, was die Mühlen und Bäckereien vor grössere Herausforderungen stellen dürfte. Da zudem die Erträge fast das Rekordniveau der letztjährigen Ernte erreichen dürften, ist das Fazit für diese Bio-Ernte 2026 “Masse und weniger Klasse”.
Hartweizen
Die Ernte hat in Kanada mit Verzug begonnen. Per Mitte August waren in Saskatchewan erst 4% der gesamten Flächen geerntet gegenüber 12% im 10-Jahres-Durchschnitt. Umso wichtiger sind deshalb gute Erntebedingungen in den nächsten 2-3 Wochen.
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