Marktinfos und Weizenqualität

Marktentwicklung Oktober

Marktbericht

Oktober 2026

 

 

Inland

Die inländische Brotgetreide-Wertschöpfungskette ist auf mehreren Ebenen mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Die Importe von Backwaren haben sich in den letzten zwanzig Jahren fast verdreifacht. Dies hat zusammen mit den politischen Entscheiden zur Ausbeutenorm in der Stärkeproduktion zu einem Rückgang der inländischen Getreidevermahlung geführt. Der Ständerat hat im September deshalb verschiedene Vorstösse zur Stärkung der einheimischen Produktion und Verarbeitung von Brotgetreide behandelt. Darüber hinaus fordern wetterbedingte Schwankungen der Getreideernte die Marktpartner zusätzlich heraus. Gemäss Meteoschweiz war dieser Sommer der heisseste seit Messbeginn im 1864 wie dies auch die Graphik eindrücklich zeigt – und es ist leider kein Ausreisser mehr!

 EU/Weltweit

Nach wie vor leidet der grösste Teil Europas unter der Trockenheit und den einhergehenden zu heissen Temperaturen. Gute Niederschläge wären dringend notwendig, damit die Landwirte die Herbstaussaaten vorbereiten und gelingen können. Eine Folge der anhaltenden Trockenheit ist u.a., dass der Rheinpegel in Kaub im August und September historisch tiefe Pegelstände erreicht hat und somit die versorgungsrelevante Rheinschifffahrt kaum noch ihre Funktion ausüben kann. In Russland kommt die diesjähri­ge Wintergetreideaussaat nur schlep­pend voran. Das russische "SovEcon" sieht den Fortschritt der Arbeiten sogar auf einem so niedri­gen Niveau wie zuletzt vor über einem Jahrzehnt als jedoch ungewöhnlich feuchte Witterung sich negativ auswirkte. Russische Landwirte hätten bis Ende letzter Woche 6,1 Mio. ha Winter­getreide ausgesät, was einem deutlichen Rückstand gegenüber 7,1 Mio. ha zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres entspreche. Die Verlangsamung der Aussaat in diesem Jahr sei auf schweren finanzi­ellen Druck inmitten der unterbroche­nen Schwarzmeerexporte zurück­zuführen. Auch die Ukraine leidet unter den erschwerten Aussaat- und Export­bedingungen. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) teilte mit, dass eine Wiederaufnahme der Getreideex­porte über das Schwarze Meer und ein Abkommen mit Russland zur Ein­stellung der Angriffe auf die Energiein­frastruktur der angeschlagenen ukrai­nischen Wirtschaft einen erheblichen Schub verleihen würde. Die ukraini­schen Getreideexporte liegen jetzt auf einem Niveau, das zuletzt im April 2022, kurz nach Kriegsbeginn, zu beobachten war. Niedrige Wasserstände in der Donau und Schäden am Schienennetz haben die Nutzung alternativer Wege verteuert. Die Ukraine könnte Getre­ideexporte im Wert von 3 Mia bis 3,5 Mia $ verlieren. Ägypten gehört zu den grössten Wei­zenimporteuren der Welt. Der Weizen wird unter anderem für ein subventio­niertes Brotprogramm verwendet, das für die Ernährungssicherheit von meh­reren zehn Mio. Ägyptern von zen­traler Bedeutung ist. Das Land bemüht sich seit Längerem um eine Diversifi­zierung und setzt verstärkt auf Frankreich und andere europäische Lieferanten. Damit will das Land seine Abhängigkeit von der Ukraine und Russland verringern, deren Lie­ferungen zuletzt beeinträchtigt wur­den.  Rekordpreise für Diesel setzen die US-Landwirte während der laufenden Erntesaison zusätzlich unter Druck. Die hohen Kraftstoffkosten schmä­lern die ohnehin geringen Margen und könnten sich über die gesamte Ver­sorgungskette bis zu den Lebensmit­telpreisen durchschlagen.

Bio

In Europa ist die Abgabebereitschaft vieler Landwirt schleppend, weil auf höhere Preise spekuliert wird. Weil  jedoch die Eindeckung bei den Verarbeitern generell gut und die Lager weiterhin gefüllt sind, ist kaum ein preislicher Aufwärtstrend zu beobachten.  Dies gilt sowohl für Verbandware wie auch für EU-Bio-Ware, womit die preisliche Differenz zur konventionellen Ware kleiner geworden ist.

Hartweizen

Bis Mitte September war in Kanada ca. 40% des Hartweizens geerntet als dann schwere Regenfälle die Anbaugebiete überzogen haben. Das wird deshalb eine Trennlinie bezüglich der noch zu erwartenden Mengen und Qualitäten sein. Die Schätzungen gehen von ca. 6.5 Mio.t aus (ca. -0.6 Mio.t ggü VJ), zudem werden die nach diesen Regenfällen geernteten Mengen qualitativ schwächer ausfallen.

  

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