Marktinfos und Weizenqualität

Marktentwicklung November 2026

Marktbericht November 2026

Inland

Die Backversuche im Auftrag von Swiss Granum sind Be-standteil der jährlichen Qualitätserhebung der Schwei-zer Brotweizenernte. Dabei werden aus repräsentativen Weizenproben unter standardisierten Bedingungen Brote hergestellt und anschliessend umfassend bewer-tet. In diesem Jahr wurden in der Versuchsbäckerei der Swissmill insgesamt 24 Muster verbacken. Die Ergeb-nisse liefern wichtige Erkenntnisse über die Qualität der aktuellen Ernte und ermöglichen einen Vergleich mit den Vorjahren.
Auf den 17.11.2026 hat swiss granum und der Verein Schweizer Brot zur Qualitätstagung nach Bern eingela-den. Das Thema lautet: "Einschätzungen zur Ernte und Versorgungssituation" sowie "Forschungsergebnisse und deren Umsetzung in der Praxis".

EU/Weltweit

Die russischen Behörden haben erstmals seit dem 10. Juli Genehmigungen für Schiffe erteilt, die mit Getreide beladen aus dem Asowschen Meer auslaufen wollen. Zuvor war der Seeverkehr in dem Gebiet aufgrund ukra-inischer Drohnenangriffe gesperrt gewesen. Die Genehmigungen für die Durchfahrt durch die Strasse von Kertsch, die das Asowsche Meer mit dem Schwarzen Meer verbindet, würden für einen Zeitraum bis zum 15. November erteilt. Die Lage am Schwarzen Meer ist nach wie vor unklar. Dennoch herrscht am Markt Optimismus hinsichtlich einer möglichen Wiederaufnahme der Liefe-rungen, was die in den Weizenpreisen an der Euronext und in Chicago enthaltene Risikoprämie geschmälert und zu Preisrückgängen geführt hatte. Die Ukraine hat bis zum 27. Oktober bereits 72% ihrer Getreideanbauflächen abgeerntet und 41,17 Mio to Ge-treide und Leguminosen von einer Fläche von 8,3 Mio ha eingefahren. Russland hat bislang 135 Mio t Getreide (ungereinigt) geerntet.
Der Warenverkehr durch den rumänischen Schwarz-meerhafen Constanta war im September stabil, die Ge-treideexporte hatten bis Ende September sogar zuge-nommen, wie die Hafenbehörde mitteilte. Daran än-derte auch der Anstieg der Versicherungsprämien auf-grund vermehrter Angriffe auf Frachtschiffe nichts. Die Hafenbehörde von Constanta teilte mit, dass das Ge-samtvolumen der über den Hafen verschifften Güter, seit Jahresbeginn bis Ende September bei 51,55 Mio to lag und damit gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2025 praktisch unverändert blieb. Zusätzlicher Druck auf die weltweiten Weizenpreise geht von den Erwartungen einer grossen Weizenernte in Argentinien aus. Die Getreidebörse von Rosario hob ihre Produktionsprognose für 2026/27 von zuvor 21 Mio auf 23,8 Mio to an. Die neue argentinische Ernte dürfte in den kommenden Wochen auf die internationalen Märkte gelangen, was den Wettbewerb unter den gros-sen Exporteuren verschärfen dürfte. Lettland hat sich trotz angespannter politischer Bezie-hungen zu einem der fünf grössten Importeure von rus-sischem Getreide entwickelt.
Die Logistik per Schiff, Bahn sowie auch per LKW hat auf-grund der nach wie vor historisch tiefen Pegelstände auf praktisch allen europäischen Wasserwegen mit grossen Herausforderungen zu kämpfen.

Bio

Es gibt diverse Beobachtungen, dass das Problem mit Wanzenstich aufgrund des diesjährigen Extrem-som-mers langsam westwärts via Österreich zu uns wandert und dürfte auch für den Schweizer Weizen zukünftig ein grösseres Risiko darstellen. Die Niederschläge in den letzten Tagen hat die Bedin-gungen für die Herbstaussaat verbessert und scheint ohne grössere Probleme abzulaufen.

Hartweizen

In Kanada ist die Ernte abgeschlossen. Es hat mengen-mässig eine gute Ernte gegeben aber aufgrund der z.T. heftigen Regenfälle in der Erntezeit sind ca. 20% nur noch als Futterweizen zu gebrauchen, womit letztend-lich ca. 5.8 Mio.t für die Lebensmittelindustrie zur Ver-fügung stehen. Somit kann als Schlussfolgerung für die globale Erntekampagne folgendes gesagt werden: Men-genmässig wiederum überdurchschnittlich aber qualita-tiv gute Mengen fehlen.

Die Geschäftsleitung Swissmill

Swissmill-Marktbericht_2026_11.docx

Archiv

Marktinformationen und jährliche Qualitätsanalysen der letzten Jahre