Die Backeigenschaften der klassenreinen Weizenmehle Typ 550 sind insgesamt als uneinheitlich zu bewerten. Die Verarbeitungseigenschaften sowie die Backergebnisse unterscheiden sich je nach Getreideklasse deutlich. Deshalb ist eine zuverlässige Mischung der Getreidepartien bereits vor dem Mahlvorgang unumgänglich.
Einzelne Mehle zeigen eine gute Wasseraufnahme, eine hohe Teigstabilität und ein ausgeprägtes Gashaltevermögen. Andere weisen dagegen eine geringere Knet- und Verarbeitungstoleranz auf. Diese Unterschiede wirken sich auch auf die Backergebnisse aus. So variieren unter anderem Teigvolumen, Gebäckvolumen, Krumenstruktur sowie Riss- und Ausbundverhalten.
Die Stärkebeschaffenheit ist sehr stark ausgeprägt und die Viskositätswerte liegen auf hohem Niveau. Dies bedeutet, dass die Gebäcke zu trockenbackendem Verhalten neigen. Um diesem entgegenzuwirken, kann der Einsatz von enzymaktiven Backmitteln sinnvoll sein. Auch während des Backvorgangs kann eine Malzzugabe die Bräunungsreaktion fördern. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, da aktive Malzmehle bei ungeeigneter Dosierung das bereits beanspruchte Klebergerüst zusätzlich schwächen können.
Beim Kneten ist auf die Empfindlichkeit der Feuchtkleberqualität sowie auf die Knetintensität zu achten. Das Quellkneten ist zu verlängern und das Intensivkneten zu verkürzen.